»Weil Covid« – Falschangaben für 25.000€

Foto: Alle Rechte vorbehalten

Besitzen Sie noch Land oder besitzt das Land Sie bereits? Falschangaben können mit bis zu 25.000€ Strafe belegt werden: Deutsche Bürger sollen eine ›Aussteigekarte‹ ausfüllen, weil Covid, aber der Ausstieg rückt damit nur noch ferner…

Weil Covid

Deutschland: Das Land, in dem jede Ausgeburt der Kritischen Theorie unkritisch gepresst wird, während man Kritikern der Presse jeden kritikschwangeren Gedanken noch vor der Fruchtbarkeit abtreibt. Welches andere Land könnte es sein, in dem die ›Moralisierung aller Lebensfragen‹ (Norbert Bolz) sich unter dankbarer Nutzung der pandemischen Gelegenheit mittlerweile auf diese zwei Wörter verkürzt hat: »weil Covid«.

Bei meiner hochgefährlichen Einreise aus dem Risiko-Gebiet ›Madrid‹ in dieser Woche stand mir die Panik ins Gesicht geschrieben – was selbstverständlich unter meiner Maske aus einer ›safen distance‹ niemand mitbekam. Die Stewardess der Lufthansa händigte mir das neueste Malheur des Maßnahmenstaates aus: die Aussteigekarte (offizielles Dokument hier).

Nun war ich ja bereits eingestiegen, befand mich allerdings tausende von Metern über der Erdoberfläche. Zum Ausfüllen des Dokuments war ich verpflichtet und jegliche Falschangaben könnte man mir als eine Ordnungswidrigkeit mit dem Preisschild mehrerer tausend Euro anhängen. Ich fühlte mich also direkt daheim.

In Deutschland kommt Heimat nun aber von ›heimlich‹, nicht von ›heimelig‹ – und ganz heimlich hat Deutschland mich hier vom mündigen Bürger zum Staatseigentum gemacht. Meine Angaben gehören nämlich nicht länger mir. Ich bin nur der Thor, der sie niederschreiben soll, ob sie dann auch richtig sind, das entscheiden die Behörden.

Warum dann all der Papierkram? Sicher kann man die Passagierdaten doch ganz bequem der Lufthansa-Datenbank entnehmen! Wie bitte? Das verstößt gegen Datenschutz-Grundregeln? Allerhand!

Tatsächlich ist es kein hinreichender Tatverdacht, sich innerhalb der letzten 14 Tage der Gefahr einer Infektion mit der Vogelscheuche unter den Viruserkrankungen ausgesetzt zu haben. Daher muss man die Passagiere nach ihrer Identität noch(!) selbst befragen. Lügen dürfen sie aber dabei nicht. Dann ist ja alles gut.

25.000€, das sind mehr als zwei Drittel des deutschen Median-Vermögens (Wikipedia). In Bayern drohte man mit dieser finanziellen Vernichtungskeule für den Normalbürger auch schon bei der Verletzung einer Ausgangssperre (RND). Fünfundzwanzigtausend, das ist die durchschnittliche Anzahl an Sorgenfalten, die der Deutsche im Jahre 2020 erleidet.

Der Preis für das private Reisen wurde soeben eskaliert.

Weil Freiheit

Die Begründung für diese Maßnahmen lautet: weil Covid. »Wir tragen Masken, weil Covid. Wir brauchen diese Angaben von Ihnen, weil Covid. Wir belegen Falschangaben mit 25.000€ Strafe, weil Covid.«

Nun kann man ja nachvollziehen, wie ein kausaler Zusammenhang mit einem Virus bei all diesen Sachverhalten besteht. Die Beschlüsse ob der Maßnahmen sind jedoch Kurzschlüsse – kein Wunder also, dass sich die Urheber gerne aus der Gleichung herausnehmen wollen. Die geht aber schon lange nicht mehr auf, wenn auf einer der Seiten noch ›Freiheit‹ stehen soll.

Man kann sich sicherlich zu sehr über Kleinigkeiten aufregen, genauso gut aber auch zu stumpf angesichts einer Erosion der persönlichen Rechte werden. Die Angaben zur Person wollen ›sanft‹ erzwungen werden, wo noch(!) keine Gesetzesgrundlage es wirklich erlaubt. Doch auf diese Angaben bauen dann die weiteren Maßnahmen auf.

Kommt man nämlich aus einem Risikogebiet (nach eigenen Angaben) und begibt sich nicht in Quarantäne, so kann man belangt werden. Und testen Sie sich nicht selbst auf Covid, dann »haben Sie auf Anforderung eine solche Testung zu dulden« – so lautet es im ›Merkblatt‹ (offizielles Dokument hier).

Was hier ins Gedächtnis erst gesetzt werden soll, ›gemerkt‹ werden soll, sodass man sich danach daran ›erinnert‹, ist das Ende des Rechts auf körperliche Unversehrtheit und Freizügigkeit. Auf Deutsch: Es kann verordnet werden, dass Ihnen ein Wattestäbchen in den Rachen gerammt wird und Sie ihre Wohnung nicht verlassen dürfen. Und all das auf der Grundlage ›eigener Angaben‹.

Nun, solange es noch(!) die Handlungen des Individuums benötigt, um diesem etwas vorzuwerfen, sollte niemand mehr Eingeständnisse machen als aus ihm/ihr herausgeekelt werden. Wenn diese Angaben falsch sind, falsch genug, wem ordnet man sie dann noch zu? Vielleicht war einer der Passagiere ja wirklich ›Angela Ferkel‹ aus der Sackgasse 1, Berlin.

Wie immer sind es Ihre ›Mitmenschen‹, die über den Ausgang dieses zivilen Ungehorsams entscheiden. Sind zu viele zu hörig? Wenn die Mehrheit nun alles über sich ergehen lässt, weil Covid, dann stehen Sie bald alleine da. Dann sind Sie klar identifizierbar als der Eine, der Einzige, der falsche Angaben gemacht hat.

Und glauben Sie nicht, einer lässt dann das Argument gelten, das gegen jedes ›weil Covid‹ angeführt werden muss: Weil Freiheit.

Nachtrag d. Verfassers: Einen freiwilligen kostenlosen Test zu machen, das kann allerdings nie schaden. Wenig überrascht erhielt ich soeben meinen negativen Befund – positive Nachrichten also. Dennoch könnte ein unbekannter Deutscher theoretisch weiterhin dafür belangt werden, sich als Angela Ferkel ausgegeben zu haben; ich finde das persönlich ja auch recht vulgär. mfG

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